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Globales Lernen

Das Bildungskonzept Globales Lernen will zu Weltoffenheit und Empathie erziehen. Es ist inhaltlich und methodisch ganzheitlich orientiert; man vermittelt fächerübergreifend Wissensinhalte zu Eine-Welt-Themen und nutzt dabei innovative, partizipative Lernmethoden. Globales Lernen versteht sich als pädagogische Antwort auf Globalisierungsprozesse. Dabei wird versucht, vom heute üblichen Kategoriendenken (Erste Welt, zweite Welt, dritte Welt) wegzukommen und global für die gesamte Welt zu denken und zu handeln. Eine wichtige Rolle spielt die Frage nach Verwirklichung von Menschenrechten, globaler Gerechtigkeit und nach den Bedingungen für eine friedliche Welt (Friedenserziehung).Globales Lernen thematisiert Probleme und Perspektiven weltweiter Entwicklung und bearbeitet dabei auch Chancen und Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns von Süd und Nord. Es gibt eine große Nähe und jeweils Schnittmengen im Hinblick auf folgende Teilthemenbereiche:Innerhalb der Ansätze globalen Lernens wird zumeist von Schlüsselproblemen ausgegangen, da auf diese Weise die Komplexität global vernetzter Gesellschaften bearbeitet werden kann. Auf allen Bildungsebenen geht es um die Vermittlung bzw. die Bewusstmachung einer globalen Perspektive des Denkens, Urteilens, Fühlens und Handelns. Im Mittelpunkt steht handlungsorientiertes Lernen, das ganzheitlich und partizipativ angelegt sein soll. Hier wird die Nähe zu einer Reihe reformpädagogischer Ansätze deutlich. Wurden entsprechende Diskussionen und Konzepte bisher hauptsächlich in der Erziehungswissenschaft entwickelt, werden entsprechende Fäden nun auch innerhalb der politischen Bildung aufgenommen (Overwien, Rathenow 2009).Schwierig war bisher oft das Verhältnis zur Umweltbildung, die ein eigenes Profil gebildet und ein eigenes Verständnis entwickelt hat, in dem Fragen des Nord-Süd-Verhältnisses teilweise weniger deutlich sichtbar wurden.Der internationale Diskussionsprozess um die Verwirklichung der Agenda 21 hat zu einem entstehenden gemeinsamen Bezugsrahmen geführt, der mit dem Begriff der "Bildung für nachhaltige Entwicklung" gekennzeichnet wird. Innerhalb der gleichnamigen UN-Dekade, die 2005 beginnt und 2014 endet, wird eine stärkere Integration der Teilthemenbereiche angestrebt und zeichnet sich bereits ab. So haben im selben Kontext die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Entwicklung eines "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" auf den Weg gebracht und 2007 vorgelegt (KMK/BMZ 2007). Diese Empfehlung soll den Bundesländern Anregungen vermitteln, wie globale Fragen und Themen einer nachhaltigen Entwicklung in die Lehrpläne integriert werden können.
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