- Bei seiner Herstellung wurde Pinocchio streng von Walt Disney überwacht. So verlangte er von seinen Mitarbeitern präziser zu arbeiten, als nach der Hälfte der Produktionszeit schon Unsummen an Geld und Zeit verschlungen worden waren. So kann man heute kaum einen Teilbereich des Filmes nennen, bei dem sich irgendein Manko oder Ähnliches entdecken ließe.
- Eine Besonderheit des Filmes ist der Einsatz einer Multiplan-Kamera, mit der die einzelnen Raumdimensionen der Szenerie durch filmtechnisch eigentlich nur durch echte Analogkameras gegebene Scharf-/Unscharfabgrenzung abgegrenzt wurden. Dadurch entsteht eine beeindruckende Raumtiefe. Durch den Einsatz dieser Technik avancierte Pinocchio zu einem der teuersten Filme der damaligen Zeit.
Leigh Harline komponierte in Zusammenarbeit mit dem Texter Ned Washington fünf Lieder und gestaltete mit Unterstützung von Paul J. Smith auch große Teile der Filmmusik. Unter den Songs war auch „When you wish upon a Star“ – dieses Lied bildet ein wichtiges Leitmotiv und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Art Disney-Hymne.
In Pinocchio ist eine besonders stark ausgeprägte sinfonische Gestaltung in Form thematisch-motivischer Arbeit spürbar. Hinzu kommt eine sehr farbige Instrumentierung und neben Liedhaftem finden sich auch Spuren des Jazz. Die Sequenz mit dem Wal, der Pinocchio und Gepetto auf ihrem Floß jagt, spielt sich gar zu einem sinfonieartigen Stück auf – unter Verwendung vom thematischen Material Harlines komponiert von Edward Plumb. Plumb (1907-1958) gehörte zu denen, die bei den Disney-Studios häufig ungenannt blieben und deren musikalischen Beiträge leicht anderen Künstlern zugeordnet werden.
Eine Instrumentalversion von „When you wish upon a Star“ wurde verwendet in der Schlusssequenz des Science-Fiction-Films Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) von Steven Spielberg. Im Film werden folgende Lieder verwendet.
- When You Wish Upon a Star – Jiminy Grille
- Little Wooden Head – Geppetto
- Give a Little Whistle – Jiminy Grille & Pinocchio
- Hi-Diddle-Dee-Dee – Ehrlicher John
- I’ve Got No Strings – Pinocchio
- Klick-Klack – Pinocchio
Es existieren zwei deutsche Synchronfassungen. Die deutsche Originalversion entstand anlässlich der deutschen Erstaufführung 1951 im Verleih der deutschen RKO, Frankfurt/Main. Die zweite Synchronisation entstand für die Wiederaufführung 1973 im Verleih der Fox-MGM bei Simoton Film GmbH, Berlin (Regie, Buch und Liedertexte: Heinrich Riethmüller). In der zweiten Synchronisation wurde der düstere und beängstigende Charakter des Films insbesondere auch in der Musik- und Geräusch-Mischung deutlich abgeschwächt, verwässert und „kindgerechter“ gestaltet. Georg Thomalla sprach „Jiminy Grille“ sowohl in der Synchronisation von 1951 als auch in der Neufassung von 1973 – daher werden beide Fassungen oftmals durcheinander gebracht und miteinander verwechselt.
In der alten Fassung sprach Georg Thomalla mit bösartig verstellter Stimme zusätzlich auch den „Stromboli“. In der Neufassung von 1973 hingegen wurde der Part des „Stromboli“ von Fritz Tillmann übernommen. In der Fassung von 1951 wurde das Hauptlied When you wish upon a Star im englischen Original belassen. Karl Heinz Schenk, der „Pinocchio“ 1951 sowohl die Sprech- als auch die Gesangsstimme lieh, war auch die deutsche Stimme von „Klopfer“ in der ersten deutschen Bambi-Synchronisation (1950). Oliver Rohrbeck lieh „Pinocchio“ in der Neusynchronisation von 1973 nur die Sprechstimme; die Gesangsstimme übernahm jemand anders. Die Fassung von 1951 ist seit den 1970er-Jahren offiziell aus dem Verkehr gezogen und darf nicht mehr verwendet werden. Alle VHS- und DVD-Veröffentlichungen enthalten nur die zweite Synchronisation von 1973.
„Nach Schneewittchen und die sieben Zwerge konnte Walt Disney seinen zweiten abendfüllenden Zeichentrickfilm ganz nach eigenen Vorstellungen realisieren. Collodis moralische Initiationsgeschichte vom „hölzernen Bengel“ wird mit visueller Fantasie, Witz und Musikalität erzählt. In einer Kaskade von Rhythmen, Tönen und Farben, die sich mit der Stimmung wandeln, folgt eine gelungene Überraschung auf die andere. Eine der liebenswürdigsten Schöpfungen des Genres von großer formaler Geschlossenheit. Schon die Eröffnungssequenz, die scheinbar ins Innere eines Bildes (ent-)führt, bestimmt die Suggestionskraft des Films, die zuweilen beklemmende Intensität erreicht.“
– Lexikon des internationalen Films
„Animiert vom Erfolg seines ersten Zeichentrickspielfilms Schneewittchen (1937), machte sich Walt Disney mit Akribie und Enthusiasmus an sein so faszinierendes wie technisch brillantes Meisterwerk Pinocchio, das das Pech hatte, mitten im Getöse des Zweiten Weltkrieges in die Kinos zu kommen – dem sehenswerten Kleinod war dadurch zunächst nur ein bescheidenes Publikumsinteresse vergönnt. Mit dem neu entwickelten „Multiplan“-Aufnahmeverfahren (...), erreichte Pinocchio eine bei Trickfilmen bisher unerreichte optische Qualität, die durch bunte Farbvielfalt und stimmungsvolle Musikbegleitung gelungen ergänzt wurde.“
– Das große TV Spielfilm Filmlexikon, 2006
- 1941: Oscar für die Beste Filmmusik für Leigh Harline, Paul J. Smith und Ned Washington
- 1941: Oscar für Leigh Harline und Ned Washington für den Besten Song („When You Wish Upon a Star“)
- 1989: ASCAP Film and Television Music Award für Leigh Harline und Ned Washington für den Besten Song („When You Wish Upon a Star“)
- 1994: Aufnahme in die National Film Registry
- 1998: Der Song (When You Wish Upon a Star...) schaffte es in der vom American Film Institute zusammengestellten Liste der 100 besten Filmsongs auf Platz 7.
- 2008: In der vom American Film Institute erschienenen Liste der 10 besten Zeichentrick Filme aller Zeiten, schaffte es der Film auf Rang 2.