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Rezeption

Es existieren drei verschiedene deutsche Synchronfassungen des Films. Da trotz Verhandlungen Deutschlands mit Disney ein Ankauf des Films nicht realisierbar war, entstand die erste deutschsprachige Synchronisation im Frühjahr 1938 in Wien, kurz vor dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich. In dieser deutschen Originalversion von 1938 lieh die Theater- und Filmschauspielerin Paula Wessely Schneewittchen die Sprechstimme. Der Zwerg „Chef“ wurde in dieser Fassung von dem 1933 aus Deutschland geflohenen und 1944 in Auschwitz ermordeten Schauspieler Otto Wallburg gesprochen. Es ist unklar, ob die Synchronfassung in Österreich noch vor dem Krieg öffentlich gezeigt wurde.

Am 25. Juni 1948 lief der Film erstmals nach dem Krieg im Atlantik-Filmverleih, Wien in Österreich an. Die bundesdeutsche Erstaufführung erfolgte erst am 24. Oktober 1950 in Köln im Verleih der deutschen RKO, Frankfurt/Main - in der Synchronisation von 1938. Im Dezember 1957 wurde die Erstsynchronisation letztmalig im Verleih der Herzog Filmverleih GmbH, München in der Bundesrepublik Deutschland wiederaufgeführt. Für die Wiederaufführung im Walt Disney Filmverleih, Frankfurt/Main im November 1966 entstand bei Simoton Film GmbH, Berlin die zweite Synchronisation (Buch, Dialogregie und Liedertexte: Eberhard Cronshagen; Musikalische Leitung: Heinrich Riethmüller). In dieser Fassung war Uschi Wolff die Sprechstimme, Susanne Tremper die Gesangsstimme von Schneewittchen. Die zweite Fassung war gegenüber der ersten Synchronisation deutlich modernisiert, geglättet und „kindgerechter“ gestaltet. Die dritte Synchronisation entstand 1994 als „Direct-to-Video-Synchro“ für die Erstveröffentlichung des Films auf VHS-Video bei der Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke (Regie, Buch- und Textbearbeitung: Lutz Riedel). Schneewittchens Rolle wurde von Manja Doering gesprochen und von Alexandra Wilcke gesungen.

Die dritte Synchronisation stellt bei den Liedertexten teilweise eine wilde Mischung aus den deutschen Texten von 1938 und 1966 dar. So wurde der Text des Liedes des Prinzen nahezu wörtlich aus dem Textbuch von 1938 entnommen („Singen, immer nur Singen“ statt „Ein Lied will ich Dir singen“, 1966). Die alten Synchronisationen sind heute aus dem Verkehr gezogen und dürfen offiziell nicht mehr verwendet werden.

In der Bearbeitung von 1994 wurden aus technischen Gründen Teile der Originalfassung verwendet.

Laut Synchrondatenbank.de und der Deutschen Synchronkartei wird der Zwerg Brummbär in der 1966-Synchro von Anton Reimer gesprochen.

„Nach dem Grimmschen Märchen schuf Disney seinen ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm, wobei er die Vorlage als romantisches Melodram interpretiert, das zugleich voller zauberhafter Komik und Skurrilität ist: Jedem der sieben Zwerge wurde ein äußerst prägnanter Charakter verliehen. Innovativ wirkte seinerzeit der Einsatz der „Multiplan-Kamera“, die die gemalten Bildräume plastisch erfahrbar macht. Statt den Stoff zu „amerikanisieren“, beteiligte Disney namhafte europäische Illustratoren an der Konzeption, wobei einige düstere (nicht unbedingt kindgerechte) Passagen die Tradition der deutschen Romantik suchen.“

Lexikon des internationalen Films

„Dieser Zeichentrickfilm aus der kunstfertigen Werkstatt Walt Disneys gibt einem unserer schönsten Märchen amerikanisch-buntes Leben. Besonders liebevolle Tierzeichnungen. Sehenswert.“

6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958.

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat wertvoll.

  • 1938: Grand Biennale Great Art Trophy der Filmfestspiele von Venedig für Walt Disney
  • 1939: Spezial-Oscar (eine normal große Oscar-Statue und zusätzlich sieben symbolische Miniatur-Oscars )
  • 1939: New York Film Critics Circle Award für Walt Disney
  • 1987: Spezialpreis der Motion Picture Screen Cartoonists Guild aus Anlass des 50. Geburtstages des Films

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.